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Hallo, ich heiße „Fibromyalgie“ 
 

Vor nicht allzu langer Zeit war ich noch völlig unbekannt. Viele Ärzte kennen mich aber
bis heute nicht, obwohl ich inzwischen eine Klassifikation nach ICD-10 erhalten habe.
Unter M79.7 bin ich nun aufgeführt und gelistet. 

Aber ich bin schlau und suche mir immer wieder neue Menschen aus, denen ich mit wahrer Freude Schmerzen bereiten kann und sie außerdem mit vielen anderen Beschwerden peinige! 

Erst stürzte ich mich überwiegend auf Frauen. Nun habe ich auch das „männliche Geschlecht“
entdeckt, ja selbst vor Kindern mache ich keinen Halt! 

Ich habe wahre Macht, List und Tücke über die Menschheit und quäle sie mit Schmerzen in allen Körperbereichen, Muskeln und Gelenken. Wenn es meinen Opfern gelingt, morgens total erschöpft, müde und steif aus dem Bett zu kommen, treibe ich sie den ganzen Tag wie
Roboter vor mir her. 

Ihnen sieht man nicht an wie krank sie sind und kaum einer kann sich vorstellen, dass ich sie mit Symptomen wie z.B.: chronische Erschöpfung, Schwindel, Reizdarm, Morgensteifigkeit,
Taubheitsgefühlen in Händen und Füßen, verringerte körperliche und geistige Leistungsfähigkeit (mit Verschlimmerung nach Belastung), Libidoverlust, Händezittern, sowie Infektanfälligkeit vor mir her treibe!
Sollten sie es bis zum Abend durchhalten, gönne ich ihnen zusätzlich keinen erholsamen Schlaf!
Dies ist selbstverständlich noch lange nicht alles, weil ich mir täglich etwas neues ausdenke! 

Meine Tücken sind nicht tödlich, führen aber zu einer starken Beeinträchtigung der Lebensqualität. Es gelingt mir meistens, den Zusammenbruch des bisherigen Lebens und den sozialen Abstieg zu erreichen. Dabei hilft mir häufiges Unverständnis von Familienangehörigen, Mitmenschen und immer noch die Unakzeptanz von vielen Ärzten. 

Inzwischen wagen es viele meiner Opfer in Selbsthilfeorganisationen gegen mich zu kämpfen. Sie tauschen Informationen aus und versuchen herauszufinden, woher ich komme und wie ich wieder verschwinden könnte. Manche probieren es mit Schmerzmittel, Gymnastik oder sogar Psychotherapie. Nur ich weis es besser, dass all dies nichts hilft und ich keine psychische Erkrankung bin. 

Ich werde zwar immer bekannter, aber das hilft diesen Patienten alles nichts. Ich werde mich weiter bemühen den geduldigen Opfern auch in Zukunft das Leben so schwer wie möglich zu machen. Bestimmt wird man mich eines Tages siegreich bekämpfen, aber bis dahin versorge ich sie mit allen möglichen nicht vorhersehbaren Qualen.............

 

 
                                                                                                                PS  23.04.2008

  • Einleitung                      

Das Wort Fibromyalgie setzt sich zusammen aus "Fibro-" (lat.Fibra=Faser), "my" (griech.myos=Muskel) und "algie" (griech.algos=Schmerz).

Diese chronische Fasermuskel-Schmerzerkrankung ist bis jetzt noch nicht heilbar und sollte nicht mit dem Weichteilrheumatismus gleichgesetzt werden. Betroffen sind bis zu 4% der Bevölkerung, davon ca. 85-90 Prozent Frauen. Normalerweise beginnt der Verlauf Ende 20 und ist mit ca. Ende 30 voll entwickelt. Aber auch Kinder und Jugendliche können bereits betroffen sein.

Der Krankheitsverlauf und die Symptome sind individuell verschieden und können daher sehr lebensbestimmend bzw. sehr einschränkend sein. In schwersten Fällen ist sogar Bettlägerigkeit nicht ausgeschlossen.

Bis zur Diagnosestellung haben die Betroffenen in der Regel eine Vielzahl von Arztbesuchen sowie diagnostische und therapeutische Maßnahmen hinter sich.


  • Symptome

Wie bereits erwähnt, ist bei dieser Krankheit die Symptomatik sehr unterschiedlich. Betroffene klagen deshalb über dauerhafte sowie auch wechselnde Beschwerden. Nachfolgend die wichtigsten Symptome dieser rätselhaften Krankheit:

Schmerzen in allen Körperbereichen, überwiegend im Gelenk- und Bewegungsapparat, insbesondere bei- bzw. nach Belastung. Chronische Erschöpfung, allgemeine Schwäche, Müdigkeit, Mattigkeit, Antriebsschwäche, Schwindel, erheblich verringerte geistige und körperliche Leistungsfähigkeit, Schlafstörung, Konzentrationsstörung, Wortfindungsstörungen, Atembeschwerden, Herzrhytmusstörungen, Funktionsstörungen, empfindliche Haut, Taubheitsgefühle insbesondere in Händen und Füßen, Krämpfe in der Beinmuskulatur (restless legs),  Morgensteifigkeit, Händezittern, Reizdarm, Reizblase, Libidoverlust, Periodenschmerzen, Infektanfälligkeit, vermehrte Schweißbildung (auch "Kaltschweiß"), Stimmungsschwankungen und Reizbarkeit, Haarausfall, Tinnitus, wechselnde Schmerzen im Wirbelsäulenbereich oder in Beinen und Armen, Heiserkeit, Schluckbeschwerden, Depressionen, grippeähnliche Erscheinungen, Wetterfühligkeit und einiges mehr.   

Bei vielen der Fibromyalgie-Patienten stehen vor allem die Schmerzen im Vordergrund. Andere hingengend kämpfen überwiegend mit der "lähmenden" geistigen und körperlichen Erschöpfung. Jegliche Belastungen erfordern unnatürlich lange Erholungsphasen. Obwohl massive Störungen von Organen auftreten können, sind Schädigungen nicht nachweisbar. Krank sein, ohne krank zu wirken ist eine zusätzliche schwere Belastung der Betroffenen. Man sieht es den Einzelnen nicht an, wie sie täglich mit den Beschwerden kämpfen und oft die ganze Kraft aufwenden um einen Schritt vor den anderen zu setzen.


  • Ursache

Die Ursachen einer Fibromyalgie sind leider bis heute immer noch unbekannt. Deshalb möchte ich an dieser Stelle nicht dazu beitragen, weitere, nicht belegbare Spekulationen zu verbreiten.


  • Diagnose

Hier gibt es (auch seitens der Ärtzte) große Probleme. Die Diagnose gestaltet sich sehr schwierig. Wegen der Vielfältigkeit der Symptome (siehe oben) werden Fibromyalgiepatienten oft an Ihren "Einzel-Beschwerden" behandelt. Es vergehen meistens Jahre, mit vielen Besuchen bei den unterschiedlichsten Fachärzten, bis die Enddiagnose gestellt wird. Fibromyalgie kann nicht durch Bluttests oder Röntgenbilder dargestellt werden. Vielmehr erfolgt ein Ausschlußverfahren anderer Krankheiten die gleiche oder ähnliche Symtome und Beschwerden aufweisen. Letztendlich erfolgt eine Zusammenfassung der ganzen Beschwerden. Desweiteren treten Schmerzen im Bewegungsapparat auf, die ebenfalls offensichtlich keiner anderen Ursache zuzuordnen sind. Zur Diagnosestellung werden auch sogenannte Tenderpoints (Druckpunkte) herangezogen, wobei mindestens 11 von 18 auf Druck schmerzhaft sein sollten. Doch auch hier gibt es nach neuesten Erkenntnissen unterschiedliche Meinungen, da es viele Patienten gibt, die absolut unterschiedlich schmerzhaft reagieren.


  • Krankheitsverlauf

Die Krankheit beginnt bei den meisten Patienten "schleichend". Bei vielen von ihnen stehen am Anfang Schmerzen in den verschiedensten Körperregionen. (z.B.: Rückenschmerzen, Schmerzen nach Bandscheibenvorfällen, Beinschmerzen oder allgemeine Muskelschmerzen). Bei anderen hingegen äußert sich die Krankheit mit unnormaler Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Erschöpfung, Darmproblemen oder Schlafstörungen.

Im Laufe der Jahre summieren sich die unterschiedlichsten Symptome (siehe oben) und die Patienten durchlaufen die unterschiedlichsten Behandlungsmethoden und Therapien. Nachdem sie von Arzt zu Arzt geschickt wurden, wird letztendlich die Diagnose gestellt.

Der weitere Verlauf ist meist chronisch. Organe oder Gewebeschäden durch Fibromyalgie sind bis heute nicht bekannt. Bei Fibromyalgiepatienten setzt man eine normale Lebenserwartung voraus. Dennoch müssen die Patienten mit ihren enormen Beschwerden (zum Teil über Jahrzehnte) auskommen. Zudem folgt eine schwere Einbuße der Lebensqualität.

Fibromyalgiepatienten haben es schwer, mit ihrer Krankheit Akzeptanz zu erlangen. Sie sehen vollkommen gesund aus. (Krank, ohne krank zu wirken)  Daher folgt nach Zunahme der Krankheitsschübe und des chronischen Verlaufs  oft Arbeitsplatzverlust, sozialer Abstieg oder auch Vereinsamung.


  • Behandlung

Dies ist vermutlich der wichtigste Punkt für Fibromyalgie-Erkrankte.

Leider gibt es derzeit über die Behandlung nicht sehr viel mitzuteilen, da die Krankheit als solches weiterhin nicht heilbar ist. Patienten können nur versuchen, eine Linderung der Beschwerden zu Erreichen um dadurch eine Verbesserung der Funktionsfähigkeit im Alltag oder eine bessere Lebensqualität zu erlangen.

Da jedoch jeder Tag vollkommen andere Symptome oder unterschiedlichste Stärke der Beschwerden aufweist, ist es wahnsinnig schwierig, festzustellen, welche Möglichkeiten eine Besserung oder Linderung erreichen. Was heute gut tut, kann morgen absolut das Gegenteil bewirken.

Trotz allem sind nachfolgend einige der Möglichkeiten aufgeführt, die bei manchen Patienten geringfügige Erfolge erzielten:

  • Patientenschulung u. Austausch von Erfahrungen in Selbsthilfegruppen
  • Krankengymnastik, physikalische Bewegungstherapie
  • Kälte oder Wärmetherapie
  • Entspannungstherapien
  • selten Medikamente (zur Linderung der Beschwerden)
  • Psychotherapie

Auch wenn es keine zufriedenstellenden Behandlungsmöglichkeiten gibt, sollte der Patient diese immer in Zusammenarbeit mit seinen behandelnden Ärzten durchführen.


 

Diese Plattform soll in Zukunft Mitteilungen, Wissenswertes und Erfahrungen über die oben aufgeführte Krankheit vermitteln.

Bitte beteiligen Sie sich mit einem Eintrag ins Gästebuch.


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